Politik sollte daher die Wünsche und Bedürfnisse der
Bevölkerung im Zuge von Gesundheitsreformen ernst nehmen
Gesundheit gehört für 97 Prozent der
Österreicherinnen und Österreicher zu den wichtigsten Dingen im
Leben, auch der Nichtraucherschutz! Diese eigentlich selbstverständliche Tatsache lässt sich aus
einer Telefonumfrage der Peter Hajek Public Opinion Strategies
ableiten, die im Oktober unter 1.000 Personen durchgeführt wurde.
"Bemerkenswert sind jedoch die Detailergebnisse dieser Umfrage.
Immerhin 62 Prozent der Befragten halten den Stellenwert von
Gesundheit in der Politik für "nicht ausreichend". Ich werte das als
eine klare Ablehnung von Inhalt und Stil der Gesundheitspolitik der
alten Regierung", so Dr. Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer
für Niederösterreich.
Auch die Bewertung der am Gesundheitssystem beteiligten
Berufsgruppen und Entscheidungsträger spricht eine deutliche Sprache:
"Während die Zufriedenheit mit den Ärztinnen und Ärzten bei Schulnote
1,7 liegt, steigt die Gesundheitspolitik mit 3,3 eklatant schwach
aus", so der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte Dr. Johann
Jäger. "Das sollte bei den nun anstehenden Regierungsverhandlungen
Signalwirkung für die handelnden politischen Akteure haben."
Von einer Gesundheitsreform erwartet sich nur jeder Dritte der
Befragten auch Verbesserungen. Verschlechterungen werden vor allem im
Bereich höherer Selbstbehalte, Beiträge und Leistungskürzungen
erwartet. "Den Ärztinnen und Ärzten wird laut dieser Umfrage mit
deutlichem Vorsprung die größte Kompetenz bei anstehenden
Gesundheitsreformen attestiert", so Dr. Jäger. "Daher stehen mehr als
80 Prozent der Befragten auch für eine Einbindung der Ärzteschaft in
etwaige Reformpläne. Deutlich weniger Kompetenz wird beispielsweise
in den Reihen der Sozialpartner (44 Prozent), des Hauptverbands (43
Prozent) oder den Parlamentsparteien (23 Prozent) vermutet."
Inhaltlich decken sich die Wünsche der Bevölkerung jedenfalls
wenig mit den Vorstellungen der Reformer vom Frühsommer. "Während
beispielsweise die angedachte Aut-idem-Regelung (Arzt verschreibt
Wirkstoff, Apotheker entscheidet über das Medikament) nur von 14
Prozent der Befragten als sinnvoll angesehen wird, sprachen sich 59
Prozent für eine Entlastung der Krankenkassen von aufgebürdeten
Zusatzaufgaben aus, was bei den letzten Reformplänen jedoch kein
Thema war", so Dr. Jäger.
Von der neuen Regierung erwartet sich Ärztekammerpräsident Dr.
Reisner jedenfalls keinen Schnellschuss einer Pseudo-Reform, sondern
eine durchdachte, mit den beteiligten Berufsgruppen abgestimmte
ganzheitliche Optimierung des Gesundheitssystems. Vor allem unter
Berücksichtigung der Interessen der Wählerinnen und Wähler, die sich
aus der vorliegenden Umfrage klar ableiten lassen.
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Montag, 17. November 2008
Gesundheit ist für 97 Prozent das Wichtigste im Leben
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