Mittwoch, 21. Mai 2008

Ohne Rauch zum Gold



Krankenhäuser engagieren sich gegen Tabakkonsum

Vom 14. bis 16. Mai 2008 treffen sich Teilnehmer aus 27 Ländern in Berlin zur 16. Internationalen Konferenz für Gesundheitsförderung im Krankenhaus. Diese Konferenz bringt Verantwortliche aus Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen zum Dialog und Erfahrungsaustausch zusammen. Ausrichter der Konferenz ist das DNGfK, das "Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser gem. e.V." in Zusammenarbeit mit dem "Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen". Es geht um Themen wie Sicherheit und interkulturelle Kompetenz, um Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und andere. Gesunde Luft, Information und Beratung für Raucher sind mittlerweile Qualitätsmerkmale für Krankenhäuser.

Zertifikate als Ansporn

Es gibt Beispiele von Gesundheitsunternehmen, welche die Rauchfrei-Politik in ihre Markenstrategie übernommen haben. Immer mehr Krankenhäuser bewerben sich um das Zertifikat für eine "Rauchfreie Gesundheitseinrichtung" in Bronze, Silber und Gold. Basis dazu ist ein Zehn-Punkte-Papier, der Kodex des Europäischen Netzwerks für Rauchfreie Einrichtungen im Gesundheitswesen. Darauf baut ein Fragebogen auf, mit dem sich die Gesundheitseinrichtung selbst einem Audit unterziehen kann. Ab 30 Punkten gibt es das bronzene Zertifikat, ab 126 Punkten in Silber. Erst wenn ein Unternehmen jeglichen blauen Dunst von seinem Gelände verbannt, alle Punkte des Audits erfüllt und das mindestens drei Jahre durchgehalten hat, gibt es das Zertifikat in Gold. Informationen dazu findet man unter http://www.rauchfreie-krankenhaeuser.de .


Hersteller haben reagiert

Der Wunsch nach diesem werbeträchtigen Rauchfrei-Siegel rief die Geschäftsführer, Verwaltungsdirektoren und Marketingleiter auf den Plan. Es entstanden Konzepte, Maßnahmenkataloge und Strategien. Um das Rauchen im Gelände auf bestimmte Orte zu beschränken, bieten sich spezielle Pavillons oder Unterstände an. Mit diesen Bauten, in Farbe und Design auf die Örtlichkeit abgestimmt, dirigiert das Krankenhaus die Raucher von den oft alternativ genutzten Eingangsbereichen weg.

Bereits in der Planungsphase unterstützen auch Unternehmen, die sich mit dem Metallbau und der Gestaltung von Freiflächen beschäftigen. Die Verantwortlichen aus den Bau-, Technik- oder Garten-Bereichen schätzen üblicherweise schnelle, preiswerte, unkomplizierte und optisch ansprechende Lösungen. "Wir hatten bereits gute Erfahrungen mit der Ziegler Metallbearbeitung gemacht. Mit Raucherpavillons und einem Unterstand schufen wir sehr kurzfristig die geforderten Rauchzonen.", so Michael Jahn vom Asklepios Westklinikum. Die örtliche Nähe zwischen Anbieter und Krankenhaus war für Uwe Scheibner im Kreiskrankenhaus Stollberg das entscheidende Argument.